Porenbetonsteine | ARCHIPENDIUM
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Porenbetonsteine

Porenbetonsteine bestehen nicht aus Beton wie der Name vermuten lässt, denn es sind in den Mauersteinen weder Kies oder Steine noch gekörnter Sand enthalten, die unbedingte Grundlage bei der Herstellung von Beton sind. Außerdem werden Varianten produziert, die ohne Zugabe von Zement gefertigt werden.

Porenbetonsteine werden in der Regel aus gemahlenem Quarzsand, Wasser und Zement hergestellt. Das sehr feine Sandmehl kann durch Flugasche ersetzt werden, wie sie in Steinkohlekraftwerken als Abfallprodukt anfällt. Fertig angerührt, kommt der breiige Rohstoff in Wannen, wo Aluminiumpulver oder eine Paste mit Aluminiumteilchen zugegeben wird. Das führt zu einer chemischen Reaktion. Bei der entstehen Wasserstoffbläschen, die das Volumen des Rohstoffs deutlich vergrößern und für die porige Struktur der Steine sorgen. Nachdem der Rohstoff in den Wannen abgebunden hat, sind Blöcke von bis zu 8m Länge bei bis zu 150cm Breite und 1m Höhe entstanden. Aus diesen noch leicht schnittfähigen Rohblöcken werden durch Drähte Steine im gewünschten Format geschnitten, die anschließen bei bis zu 200°C und einem Wasserdampfdruck von etwa 12bar bis zu 12 Stunden gebacken werden.

Außergewöhnlicher Vorteil dieser Herstellungsmethode ist das wahlweise Einbringen von Bewehrung. Die wird zuvor generell als Korb gefertigt und zur Verhinderung von Korrosion lackiert. Auf diese Weise kann der mit 300 bis 800 kg/m³ relativ leichte Porenbetonstein auch für tragende Wände und bei höheren statischen Belastungen eingesetzt werden.

Unbewehrte Porenbetonsteine

Das geringe Eigengewicht durch die hohe Anzahl an gleichmäßig verteilten Poren im Stein und die vergleichsweise hohe Tragfähigkeit machen Porenbetonsteine auch als Blöcke oder Plansteine einsetzbar. Unbewehrt werden Porenbetonsteine in vier Festigkeitsklassen angeboten, wobei je Palette einige Steine farblich gekennzeichnet werden. So sind Porenbetonsteine der SFK 2 grün, bei SFK 4 blau, bei SFK 6 rot und bei SFK 8 schwarz gekennzeichnet. Die Festigkeit eines Porenbetonsteins wird inzwischen in PPW angegeben, was Porenbeton-Planstein-Wärmedämmend bedeutet und als Ersatz für die Bezeichnung SFK (SteindruckFestigkeitsKlasse) dient. Die hohe Tragfähigkeit und Druckfestigkeit gelten als Grundnorm bei der statischen Berechnung von Mauerwerk und wurden deshalb in die DIN 1053 aufgenommen.

Porenbetonsteine mit Bewehrung

Porenbetonsteine werden gerne als Bauteile gefertigt, bei denen eine Bewehrung bei der Produktion eingearbeitet wird. So lassen sich ganze Außenwände, Trennwände, Flachdächer, Dächer mit Neigung und sogar Fußböden in einem Stück oder in großen Teilen durch spezialisierte Montagefirmen installieren. Plattenbauten im sozialen Wohnungsbau, Werkshallen und Wirtschaftsgebäude sind bevorzugte Einsatzverwendungen.

Da sich die Bauteile in nahezu jeder gewünschten Form und Größe produzieren lassen, sind architektonisch kaum Grenzen vorgegeben. Außerdem ist die hohe Feuerbeständigkeit ein wichtiger Faktor. Brandwände F90 aus Porenbetonsteinen mit 17,5cm Stärke zeigen selbst nach sechs Stunden Feuer bei 1.200°C auf der dem Feuer abgewandten Wandoberfläche eine Temperatur von lediglich 50°C.

Die bekanntesten Hersteller von Porenbetonsteinen sind Ytong und Hebel, weshalb beide Namen auch als Synonym für die Bezeichnung dieser Steinart genutzt werden. (Ytong-Steine/Hebel-Steine = Porenbetonsteine)