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Kellerböden

Definition

Als Kellerboden wird die unterste Fläche eines Gebäudes bezeichnet, die an die tragenden Außenwände anschließt. Dabei muss ein Kellerboden nicht unbedingt begehbar sein, so wie bei einem Kriechkeller, der voll mit Versorgungsleitungen, nur zu Arbeiten und wenn dann liegend oder kriechend genutzt werden kann. Es ist ebenso nicht zwingend, dass ein Kellerboden errichtet werden muss. Im Mittelalter wurden Kellerböden durch Stampfböden gefertigt. Die abdichtenden Eigenschaften von Lehm und Ton wurden dabei genutzt. Diese Erden wurden in den fertigen Kellerraum eingefüllt und mit Baumstämmen festgestampft und so verdichtet, woher der Name Stampfboden stammt. Später wurden gebrannte Ziegel eingelegt und mit Mörtel gefüllt, was die ersten konstruierten Kellerböden ergab.

Im modernen Bauwesen bestehen Kellerböden zumeist aus einer an der Baustelle gegossenen Stahlbetonplatte mit WU-Beton, dem wasserundurchlässigen Beton nach DIN 1045-2. Liegt der Baugrund in einem Gebiet mit Hochwassergefährdung, sind Bäche, Quellen oder Flüsse nahebei oder ist der Grundwasserspiegel hoch, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen um das Eindringen von Wasser durch den Kellerboden zu verhindern. Es kann eine Kiesschicht unterlegt werden, zusätzlich kann eine dünne Schicht Ausgleichsbeton notwendig sein, Drainagen können notwendig werden oder Pumpenschächte sorgen für Entlastung.

Bodenaufbau

Der Boden in einem Keller ist in der Regel extremen Belastungen ausgesetzt, denn er dient als Gründung, trägt die Wände des Kellers und damit das gesamte Gewicht des Hauses. Außerdem ruht er auf dem Erdboden, was ihn Belastungen durch Frost, Nässe, Wasserdruck und Erdbewegungen aussetzt. Je nach Baugrund und Gebäudeart sind verschiedene Schichten notwendig, um mit dem Boden den sicheren Stand eines Bauwerks zu gewährleisten.

  • Ist das Bauwerk frostgefährdet, reicht oft bereits eine Schicht Kies, um den Boden vor Kälteschäden zu bewahren.
  • Bei unsicheren Böden kann eine vorherige Pfahlgründung notwendig sein, die für den sicheren Stand des Bauwerks sorgt.
  • In Regionen, in denen mit Überschwemmungen zu rechnen ist, in denen Quellen, Bäche oder Flüsse nahe der Baustelle vorkommen oder in denen Grundwasser von unten drückt, kann der Boden mit speziellen Kunststoffbahnen als Schwarze Wanne oder durch Textilgewebe mit Bentonit als Braune Wanne errichtet werden.
  • Auf der Kiesschicht wird die Perimeterdämmung verlegt, die damit die schützende Schicht zum Boden ist und direkten Kontakt zum Erdreich hat. Diese lastabtragende Dämmung trägt einen Teil des Gebäudegewichts, den gesamten Boden und ist zudem Feuchtigkeit, chemischen Einwirkungen und Kälte ausgesetzt. Deshalb sind Perimeterdämmungen verrottungsbeständig, druckfest und nehmen keine oder nur sehr geringe Feuchtigkeitsmengen auf. Die Perimeterdämmung wird mit einer Folie abgedeckt, die als zusätzliche Wassersperre agiert und zudem das Verrutschen der Stahlbewehrung verhindert.
  • Zwar sind gemäß DIN 4108 Beiblatt 2 Böden ohne Wärmedämmung zulässig, werden aber generell nicht mehr gebaut. Die meisten Böden werden zumindest durch Einlegen von Wärmedämmplatten isoliert. Vorteilhafter sind Perimeterdämmungen, die die Konstruktion einer Wärmehülle ermöglichen und Wärmebrücken verhindern.
  • Als nächste Schicht können je nach Gegebenheiten Bitumenmatten oder Kunststoffmatten ausgelegt werden. Auch Gewebeflies mit Granulat aus Natriumbentonit wird inzwischen eingesetzt. Durch die Feuchtigkeit beim Betonieren und den Druck geht Bentonit einen Verbund mit der Bodenplatte ein und sorgt so für absolute Wasserdichtigkeit.
  • Die Bodenplatte besteht im Normalfall aus Stahlbeton, wozu wasserdichter WU-Beton verwendet wird, der nach dem Schütten hoch verdichtet werden muss. Außerdem muss sehr auf eine präzise Verlegung der Stahlbewehrung geachtet werden und der Frischbeton muss unbedingt sorgfältig nachgesorgt werden, um eine gleichmäßige Aushärtung zu gewährleisten und Risse zu verhindern.
  • Auf der so entstandenen Bodenplatte kann Estrich aufgetragen werden, beispielsweise, wenn eine Fußbodenheizung zu verlegen ist und der Raum später Wohnzwecken dienen soll. Direkt auf der Bodenplatte oder auf dem Estrich können alle gängigen Bodenbeläge verlegt werden, vom Linoleum über Fliesen bis zum Parkett.