Innentüren | ARCHIPENDIUM
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Innentüren

Innentüren werden ausschließlich innerhalb eines Gebäudes verbaut, weshalb sie in der Regel nicht witterungsbeständig sind, keine Dämmstoffe zur Wärmeisolierung in sich tragen und vom Sicherheitsaspekt einen relativ geringen Widerstand gegen das gewaltsame Eindringen leisten.

Innentüren, auch unter dem Begriff Zimmertüren oder Innenraumtüren geläufig, dienen der Abgrenzung eines Raums, sind damit Bestandteil der Innenwände und besitzen vorwiegend dekorativen Charakter.

Prinzipiell wird bei Innentüren zwischen gefälzten und ungefälzten Konstruktionen unterschieden.

In Deutschland und in den Nachbarländern sind Innentüren mit Falz die gebräuchlichste Variante. Dieser Typ von Zimmertüren zeichnet sich durch ein L-förmiges Profil rund um das Türblatt aus. Dadurch liegt die Tür selbst nicht bündig im Türrahmen, sondern auf dem Rahmen auf, da das L-Profil größer als die Türöffnung ist. Der Vorteil dieser Konstruktionsweise liegt in der Dichtigkeit der gefälzten Innentür. Die Falz verhindert effektiv, dass Licht durch den Türspalt dringen kann. Wird eine Türfalzdichtung eingebaut, erhöht sich der Schallschutz beträchtlich und die Innentür ist nahezu luftdicht verschlossen, was beispielsweise bei Küchentüren von Vorteil ist.

Wird ein besonders effektiver Schallschutz benötigt, werden Innentüren mit einer Doppelfalz und sogar mit einer Dreifachfalzung angefertigt, was zusammen mit einer angepassten Türfalzdichtung eine Schallübertragung nahezu ausschließt.

 

Ungefälzte Zimmertüren, die auch als stumpfe Innentüren beschrieben werden, sind im angloamerikanischen Raum weit verbreitet. Sie sind aber auch in Asien, Afrika, Australien oder Südamerika vermehrt zu finden. Bei diesen Zimmertüren ist die Türblattkante glatt, sodass die Tür vollständig in der Zarge des Türrahmens aufliegt. Türblatt und Türrahmen ergeben damit eine ebene Fläche zur einen Seite, während zur anderen das Türblatt auf der Zarge abschließt.

Auch bei dieser Konstruktionsart kann eine Türzargendichtung Schallübertragungen reduzieren, den Luftdurchlass erheblich verringern und das Durchscheinen von Licht durch den Türspalt unterbinden.

Für den Einbau und die Beschaffenheit von Innentüren sind in der DIN 18100 Richtlinien vorgegeben. Dazu gehören die DIN-Maße von Zimmertüren, die in der gefalzten Variante zwischen 610mm und 1.235mm breit und 1.860mm bis 2.110mm hoch sind. Ungefalzte, stumpfe Zimmertüren sind bereits mit Türblattbreiten ab 584mm bis 1.209mm und Höhen von 1.847mm bis 2.097mm gelistet, wobei jeweils stufenweise sechs verschiedene Breiten und drei Höhen in der DIN 18100 vorgesehen sind.

Werden Zimmertüren benötigt, deren Bemaßung nicht der DIN 18100 entspricht, sind dies Sondergrößen, deren Anfertigung bei großen Türenherstellern regelmäßig mit meist erheblichen Zuschlägen verbunden ist. Einzige Alternative ist dann der örtliche Tischlereibetrieb, der Türen und Fenster zumeist nach laufenden Metern der Rahmenlänge berechnet.

Materialien für Innentüren

Bei der Materialauswahl für Innentüren sind nicht allein der Geschmack und der Preis ausschlaggebende Argumente. Wichtig ist der Zweck der Innentür, welche Fähigkeiten die Zimmertür aufweisen muss und wo im Gebäude sie eingebaut wird.

  • Soll eine Zimmertür mit hohem Schallschutz verbaut werden, bieten sich Türblätter aus Holz oder aus Kunststoff mit innenliegender Schallschutzdämmung an. Holz absorbiert von Natur aus Schall hervorragend, weshalb Holztüren mit einer Doppelfalz und Türfalzdichtung kaum von Geräuschen durchdrungen werden können. Türen mit einem Türblatt aus Stahlblech oder Aluminium verbieten sich von selbst, denn die metallenen Oberflächen reflektieren Schall, was zu unerwünschten Doppeltönen oder Echos führen kann.
  • Ist eine Innentür als Zugang zum Kellerraum geplant, können gleich mehrere Anforderungen an diese Tür relevant werden, die die Materialauswahl stark einschränken können. Ist im Keller ein Heizungsraum vorhanden, müssen bei der Auswahl der Innentür die Brandschutzvorschriften beachtet werden. Sind die Kellerräume unbeheizt, kommen die Umweltvorschriften zur Energieeinsparung zum Tragen. Ist im Untergeschoss ein Swimmingpool vorhanden oder wird eine Sauna betrieben, muss eine Innentür ausgewählt werden, der Schwitzwasser und hohe Luftfeuchtigkeit keinen Schaden zufügen können. In diesen Fällen kommt zumeist eine Innentür aus Stahlblech in Betracht, die zum Wohnbereich mit einer dekorativen Folie beklebt wird oder ein aufgesetztes doppeltes Türblatt aus Holz oder Kunststoff trägt.
  • Soll eine Innentür in den Lagerraum für Lebensmittel neben der Küche eingebaut werden, so muss diese Tür zumindest von der Rauminnenseite leicht zu reinigen sein. Dabei sollte das Material säurebeständig und fettabweisend sein, was mit modernen Kunststofftüren erreicht wird.
  • Bei innenliegenden Räumen mit wenig oder keiner Fensterfläche kann über die Innentür für Licht gesorgt werden. Dazu werden Zimmertüren mit Oberlichtern ausgestattet, also einem Fenster im oberen Teil des Türblatts. Alternativ sind Innentüren mit gläsernen Seitenteilen eine dekorative Lösung.
  • Beim Kauf einer Innentür sollten unbedingt die Türbeschläge genau untersucht werden. Die Türbänder, die Scharniere einer Zimmertür, der Türdrücker, der auch schlicht Türklinke genannt wird und die das Schloss verkleidende Rosette sind die am meisten beanspruchten Teile einer Tür. Hier sollten nur hochwertige Stahllegierung, Edelstahlteile oder massive, schmiedeeiserne Bauteile verwendet werden.