Doppelböden | ARCHIPENDIUM
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Doppelböden

Doppelböden werden nur sehr selten in privaten Bauobjekten eingebaut. Diese Spezialböden werden auf einer regulären Geschossdecke konstruiert, wobei die aus dem einfachen Stahlbeton oder aus einem Fußboden aus Estrich mit entsprechend eingelassener Wärmedämmung und/oder Trittschalldämmung bestehen kann. Insbesondere die Trittschalldämmung kann bei der Konstruktion eines Doppelbodens in Einzelfällen überaus wichtig sein. Grund dafür ist, dass der Doppelboden, unter dem Installationsleitungen aller Art verlaufen können, wie ein Resonanzkörper wirkt. In dem bildet sich Schall in Wellen aus, der durch den Hohlraum verstärkt wird und deshalb in einem darunterliegenden Geschoss leichter hörbar ist. Damit nicht jeder Schritt auf diesen Platten einen Widerhall erzeugt, sind diese von ihrer Konstruktionsweise her bereits als Trittschalldämmung ausgelegt. Diese Trittschalldämmung kann nicht ausreichend sein, was insbesondere bei Bühnen, Tanzflächen oder in Messehallen eine zusätzliche Trittschalldämmung auf dem Geschossuntergrund notwendig machen kann.

Haupteinsatzgebiet von Doppelböden nach der EN 13213 sind Großraumbüros, Veranstaltungshallen oder zumindest deren Bühnenbereiche sowie Ausstellungshallen mit wechselnden Präsentationen, wie beispielsweise in einer Messehalle.

Für einen Doppelboden wird ein Ständerwerk mit gleichmäßig großen Feldern errichtet, die selten die Größe von 1m x 1m überschreiten. Meist sind die Felder zwischen 50cm x 50cm und 80cm x 80cm groß. Das Ständerwerk besteht in der Regel aus Stahl- oder Aluminiumprofilen, die eine nach oben geöffnete Zarge aufweisen. In diesen Rahmen werden genormte Platten eingelegt, die den Doppelfußboden schließen und aus den verschiedensten Materialien gefertigt sein können. Die Tiefe des Hohlraums wird vom Bedarf bestimmt und kann zwischen wenigen Zentimetern und in Einzelfällen bis zu einem halben Meter oder mehr liegen.

Dabei können die einzelnen Platten entweder entfernbar, klappbar oder fest mit dem Rahmen verbunden sein. Auf diese Weise ist es möglich schnell und ohne großen Aufwand die im Doppelboden verlegten Installationsleitungen für Strom, Internet, Serververnetzung etc. zu erreichen, was eine einfache Raumneugestaltung oder das Einrichten eines zusätzlichen Arbeitsplatzes ermöglicht.

Bei Ausstellungshallen werden auf diese Weise die einzelnen Präsentationsstände angeschlossen und bei Bühnen kann unkompliziert die notwendige Akustik sowie Lichttechnik individuell für eine Aufführung eingerichtet werden.

Dazu sind die fest montierten Platten im Doppelboden an regelmäßig genutzten Plätzen meist mit verdeckten Steckdosen für Strom und teilweise auch für Telefon, Internet sowie Zu- und Abwasser bestückt.

Je nach Verwendungszweck der Raumfläche werden Platten aus hochverdichteten Holzfasern, Zementfaserplatten, Anhydritplatten, faserverstärkte Gipsplatten oder solche aus Stahl oder Aluminium verwendet. In seltenen Fällen werden kratzfeste Glasplatten aus Spezialglas oder Acryl eingesetzt. Die Glasplatten sind meist in Kombination mit einer Beleuchtungstechnik anzutreffen, was beispielsweise bei Tanzböden in Diskotheken für stimulierende Lichteffekte sorgt.

Doppelböden dienen zudem in Reinräumen häufig mit ihrem gesamten Volumen als Abluftkanal. Über in den Platten vorhandene winzige Löcher wird die Raumluft abgesaugt und abgeleitet, was erheblich zur absoluten Staubfreiheit in Reinräumen beiträgt. Andererseits sind Doppelböden ideal für eine Zuluftversorgung in Verbindung mit einer Fußbodenheizung.

Dabei können spezielle Bereiche im Raum intensiver beheizt werden, wozu lediglich eine höhere Dichte von Heizleitungen zu montieren ist. Das wird gerne in Großraumbüros oder Empfangshallen eingesetzt, wo einzelne Arbeitsplätze, der Empfang oder der Eingangsbereich intensiver mit Wärme versorgt werden. Die beheizte Zuluft, die durch den Doppelboden in den Raum dringt, sorgt für eine zügige, angenehm empfundene Erwärmung des Raumes.