Dielenböden | ARCHIPENDIUM
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Dielenböden

Ein Dielenboden besteht im Prinzip aus Holzbrettern, die entweder direkt auf einen ebenen Untergrund montiert werden oder die auf einem Rahmengestell fixiert werden, welches auf einer Decke zu befestigen ist. Je nach Raumgröße werden dabei Dielenbretter verwendet, die in Raumlänge oder versetzt verlegt werden.

Der Dielenboden ist auch unter den Begriffen Schiffsboden und Riemenboden bekannt. Bei seiner Qualität wird zuerst nach der verwendeten Materialstärke unterschieden. Dielen sollten eine Breite von 80mm nicht unterschreiten, weil ansonsten die Tragfähigkeit der Einzeldiele zu gering wird. Im Mittelalter wurden nur die Herzstücke eines Baumes zu Dielenbohlen verarbeitet, um ein Verziehen der einzelnen Bohlen auszuschließen. Dabei erreichten einzelne Bohlen eine Breite von bis zu 100cm. Bei einer Holzstärke von weniger als 40mm wird im Baugewerbe von einem Dielenbrett gesprochen. Ist die Diele dicker, wird sie als Bohle bezeichnet, was auch der Unterschied zwischen einem Dielenbretterboden und einem Holzbohlenboden ist.

Der Dielenboden ist deutlich preiswerter als ein Parkett, was schon in der Art der verwendeten Hölzer begründet ist. Außerdem ist das Verlegen wesentlich einfacher und lässt sich in sehr kurzer Zeit bewerkstelligen. Für den Dielenboden werden vorzugsweise einfache, weniger kostspielige Nadelhölzer wie Fichte, Tanne oder Kiefer genutzt. Harthölzer oder exotische Holzarten werden eher selten für einen Dielenboden verwendet, sind aber häufig im Bootsbau anzutreffen, woher der Name Schiffsboden stammt.

In der Regel werden die Dielenbretter oder Bohlen über eine Spundung miteinander verbunden. Nut und Feder werden über einen stark ziehenden Holzleim miteinander verklebt. Abschließend muss der Dielenboden grob geschliffen werden, um Unebenheiten auszugleichen. Nach dem Feinschliff kann der Dielenboden mit einem trittfesten Lack, wie dem Treppenlack versiegelt oder wahlweise geölt werden. Die Verwendung von Bohnerwachs, wie noch bis in die 1960er Jahre üblich, ist nicht mehr zeitgemäß. Auch in Gewerbebetrieben wird ein Dielenboden zumeist nur einmal im Jahr nachgeölt. Früher war es üblich die Dielen täglich mit Sägespänen abzufegen, wobei die Späne mit Petroleum getränkt waren. Aufgrund der gesundheitsschädlichen Ausdampfungen und der Feuergefahr wurde diese Praxis eingestellt, die allerdings einen Dielenboden leicht 100 Jahre und älter werden ließ.