Kunstharzböden | ARCHIPENDIUM
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Kunstharzböden

Kunstharzböden sind im gewerblichen Bereich an Produktionsstätten, in Laboratorien, in Großküchen, in Fahrzeugwerkstätten oder Schwimmbädern ebenso gefragt, wie im Privathaus, wo Küchen, Bäder, Wohnzimmer oder Terrassen mit einem Kunstharzboden nahtlos belegt werden. Durch die nahezu unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten, die riesige Farbauswahl und die Möglichkeit Dekorationselemente dem Kunstharz beizumischen, gilt diese elastische Bodenart als einzigartig vielfältig.

Überdies sind Kunstharzböden extrem strapazierfähig, tragen schwerste Lasten und sind dank ihrer Elastizität sowie ihrer Eindringtiefe in den Untergrund nahezu unzerbrechlich. Anfangs nur in Gewerbeobjekten genutzt, werden Kunstharzböden zunehmend in Privathaushalten verwendet. Grund dafür ist der bauteilerhaltene Schutz, den in dieser Form nur Kunstharzböden bieten können. Die gestalterische Vielfalt macht diesen Bodenbelag auch für luxuriöse eingerichtete Häuser attraktiv. Sind Kinder im Haus, ist der Kunstharzboden als ideal zu bezeichnen. Überdies sind Kunstharze die perfekte Oberflächenversiegelung, wenn eine Fußbodenheizung installiert wurde. Aber auch ohne die angenehme Wärme aus dem Fußboden wird das Laufen auf einem Kunstharzboden als angenehm und stimulierend empfunden.

An Harzen werden Epoxidharz (EP) und Polyurethaneharze (PUR) verwendet, die als Fertigkomponente zum direkten Auftrag oder als 2-Komponenten-Grundstoff erhältlich sind, wobei der Härter kurz vor dem Aufbringen auf den Untergrund dem Kunstharz beigemischt wird. Diese Harze bilden die Gruppe der Duromere unter den Bodenversiegelungen, die früher als Duroplaste bezeichnet wurden. Die nicht schmelzenden Duromere sind für ihre starre Oberfläche bekannt.

Wegen der glasähnlichen Oberfläche sollte die Durchhärtungszeit von Kunstharzböden beachtet werden, die bei etwa 7 Tagen liegt. Wird der Boden vorher belastet, kann es zu Oberflächenschäden kommen.

Gestalterisch bietet der Kunstharzboden eine weite Palette von Möglichkeiten. Das Kunstharz kann eingefärbt werden, was nahezu jeden Farbton beinhaltet. Zu attraktiven Dekoration können in den Kunstharz Metallsplitter, Metallstaub, Sandkörner verschiedener Größe und Farbe, Kunststoffplättchen sowie dünne Glasscherben oder solche aus Keramik eingebracht werden.

Vor dem Aufbringen eines Kunstharzbodens auf den Untergrund muss dieser sorgfältig vorbehandelt werden, denn ein Kunstharzboden lässt sich nicht überall einsetzen. Dazu ist zumeist das Abfräsen des Stahlbetons oder des Estrichs notwendig, Anschließend muss der Untergrund poliert und staubfrei abgesaugt werden. Häufig müssen die Flächen mit einem Kugelstrahlgerät behandelt werden.