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Konstruktionsarten

Die Lochfassade ist nicht nur eine Variante zur Fassadengestaltung. Überdies ist es mit einer Lochfassade möglich kurze Bauzeiten zu erreichen und dabei zugleich in hoher Präzision und Gleichmäßigkeit zu bauen.

Vorzugsweise werden Lochfassaden oder Bandfassaden im Betonfertigteilwerk selten als Halbfertigteil, meist als vollständiges Stahlbetonfertigteil hergestellt. Diese Verfahrensweise garantiert gleichmäßige, einheitlich bemessene Bauelemente, die in das Gebäude eingepasst und montiert werden.

Das Fertigteil wird nach Bedarf mit der erforderlichen Stärke, Betonmischung und Bewehrung ausgestattet, so wie in der DIN 1045-1 – Abschnitt 13.4.3 gefordert. Dabei weisen die Bauteile sowohl Lastenösen zum Anhängen an einen Kran auf, als auch die notwendigen Verbindungsstücke, um fest mit Nachbarelementen zu einer geschlossenen Fassade verbunden zu werden. Durch diese Bauweise kann ein biegesteifer Deckenanschluss realisiert werden, wenn die Verbügelung vorstehend konstruiert wird.

Besonders vorteilhaft ist, dass die fertig montierte Massivwand einseitig und vollständig umlaufen schalungsglatt ausgearbeitet ist. Eine Wandseite wird grundsätzlich abgezogen und geglättet. Damit entfallen mehrere Arbeitsschritte im Innenausbau, denn insbesondere im Zweckbau kann direkt auf der Massivbauwand gestrichen werden, ohne dass ein Verputz notwendig wird. So konstruierte Bauwerke sind im Wohnungsbau ebenso zu finden, wie im Industriebau oder bei Gewerbeobjekten.

Zu den Vorteilen der Lochfassade oder Bandfassade gehören:

  • die kurze Bauzeit, durch die das Bauwerk erheblich früher seinem Nutzen zugeführt werden kann und teure Stundenlöhne für Facharbeiter werden reduziert.
  • Die sehr präzise Maßgenauigkeit der Bauteile ergibt insgesamt eine ebenmäßige Fassadenoberfläche, was erheblich zum ästhetischen Gesamteindruck des Bauwerks beiträgt. Außerdem lassen sich in Serie gefertigte Fenster und Türen kostengünstiger beschaffen und dank der genauen Bemaßung schnell und problemlos einbauen.
  • Das Verputzen der Innenwände entfällt grundsätzlich. Die Wände sind generell derart eben, dass sie lediglich verspachtelt werden müssen und danach sogleich gestrichen oder tapeziert werden können.
  • Durch die industrielle Anfertigung der Bauteile hat der verwendete Beton eine sehr gleichmäßige Zusammensetzung, Farbe und Belastbarkeit. Der Schalungsbau und das oftmals schwierige Betonieren am Bauwerk entfallen. Außerdem können Stahlbetonfertigteile bei nahezu jeder Witterung montiert werden.
  • Für den Innenausbau ist zudem vorteilhaft, dass Leerrohre, Installationskanäle und Belüftungssysteme bereits in den Bauteilen vorhanden sind, was die abschließende Verlegung von Versorgungsleitungen aller Art denkbar einfach gestaltet.