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Architekturführer

Sankt Petersburg

Heike Maria Johenning

 

01.10.2014

 

Ein Blick in die Geschichte und die wenig bekannten Tendenzen zeitgenössischer Architekturproduktion Russlands erscheint gerade heute wichtig. Russland und insbesondere die russischen Großstädte sind Kulturmetropolen, die die kulturelle Landschaft Europas durch die Jahrhunderte beeinflusst haben. Sollte man also eine Reise in das „Venedig des Nordens“ planen, kann der Architekturführer aus dem Programm des Verlags DOM Publishers sehr gute Dienste leisten. Repräsentativ werden alle wichtigen Bauten der unterschiedlichen Entwicklungsepochen der 1703 gegründeten Stadt nachvollzogen. Zur Vereinfachung werden anhand von farblichen Kategorien Zeitepochen einfach nachvollziehbar dargestellt. Dazu gibt es einige Erklärungen der städtebaulichen Entwicklung, die den Rahmen der Architekturbemühungen verdeutlicht.

Der über 350 Seiten starke Führer ist ein sehr gut gelungener Begleiter zur Architekturreise und, wer sich nicht in das Riesenreich wagt, eine schöne Vorlage zum Reisen mit dem Finger zu Hause.

Heike Maria Johenning hat mit viel Einsatz die bekannten und unbekannten Bauten der wichtigen Stadt Sankt Petersburg ans Licht der Welt befördert. Und diese Arbeit wurde mit einem herrlich-reflektierenden Silbereinband belohnt.

 

Bon voyage!

 

Architekturführer Sankt Petersburg

DOM Publishers

Heike Maria Johenning

38,00 €

24,6 x 13,6 cm

387 Seiten

deutsch

Softcover

 2014

 

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Atelier Bow-Wow

 

A Primer

 

25.09.2014

 

Das Buch fasst die über 20jährige Arbeit des Ateliers Bow-Wow der Architekten Yoshiharu Tsukamoto und Momojo Kaijima zusammen.

Das Layout stellt die Arbeiten als ganzheitliches System dar, indem es auf eine „architektenhafte“ Präsentation verzichtet. Vielmehr werden der gesamte Kontext und die Alltäglichkeit des Bauens und der Nutzung in den Vordergrund gestellt. Hochglanzfotos und heroische Zeichnungen fehlen. Dieses entspricht auch dem „polyphonen“ Architektursystem des Ateliers. Hier wird das gesamte Spektrum von Ausstellungen, Bauten, Büchern, Vorlesungen, Ideenentwicklung, Experiment und Darstellung versammelt.

Das Büro arbeitet in den ersten Jahren mit dem Versuch der „Differenzierung“. Dieses soll bedeuten, dass die Arbeiten weniger aus einer konventionellen Idee entstammen, sondern eher die Konditionen der Randbedingungen wie Gesellschaft, Natur oder auch Zerstörung durch Urkraft erforscht werden.

Ab dem Jahr 2000 beschäftigen sich die Architekten mit Themen wie Hygiene, Naturkatastrophen, Mobilität u.a., um die normative Kraft konventioneller Architektur zu untersuchen.

Das Werk ändert sich zusehends zu den Themen der ganzheitlichen Faktoren, wie beispielsweise das Persönliche des Nutzers. So entstehen dreidimensionale Schnitte, die die Gesamtheit der Einflüsse darzustellen versuchen. Auch temporäre Einflüsse, wie Temperatur, Zeitlichkeit oder Natur finden Eingang zu den Überlegungen.

In den letzten Jahren hat das Atelier eine allumfassende Darstellung versucht. Durch groß angelegte Handperspektivzeichnungen sollen „cause and effekt“ dargestellt werden. Hierdurch wird nicht nur das komplexe Denken der Architekten verdeutlicht, sondern auch die Pluralität der Kontextes dargestellt.

 

Das Buch ist ein „erdig“ erstelltes Werk, das sehr authentisch die Arbeiten und Denkansätze des Ateliers Bow-Wow darstellt. Eine wunderbare Alternative zu konventionellen Darstellungen über Architekten.

 

Atelier Bow-Wow | A Primer

Verlag der Buchhandlung Walther König

68,00 €

24 x 31 cm

252 Seiten

Englisch

Softcover

 2013

 

Our House in the City  |  New urban Homes and Architecture

 

Gerd Kaiser

 

25.08.2014

 

Das Stadthaus hat von jeher einen besonderen Platz in der Architektur eingenommen.                  Oft verbannt auf wenig nutzbare innerstädtische Restflächen sind sie ein Ideenlabor räumlicher Nutzung. In Japan entwickelt(e) sich diese Typologie geradezu zu einer Kunstform wie die Beispiele der  in diesem Band von Gestalten vorgestellten Projekte „House SH“ von Hiroschi Nakamura&NAP in Tokyo oder das „New Kyoto Town House“ von Alphaville  in Kyoto nachdrücklich veranschaulichen.

Auch in Europa hat die Nachverdichtung der Innenstädte Priorität. Die Suche nach Wohnraum und die Wiederentdeckung der Stadt führt auch hier zu einer Vielzahl interessanter Beispiele hier exemplarisch vertreten durch Projekte wie der Umnutzung einer Hafenkantine zu Wohnraum in Amsterdam durch die Marc Koehler Architekten, die Aufstockung eines Wohnhauses in Cehegin, Spanien der Grupo Aranea oder den Townhouses in Berlin wie das hier vorgestellte Projekt der C.Fischer Innenarchitekten.

Das Haus in der Stadt lebt aber auch als Solitär weiter, wo der Platz dies zulässt.

Das Ols House von Jürgen Mayer H. bei Stuttgart ist so ein Beispiel.  

Viele weitere Themen haben Eingang in die Umsetzung dieser Bauaufgabe gefunden.

Ob Nachhaltigkeit oder der Übergang von Alt und Neu wie bei der großartigen Erweiterung des „Doll Houses“ von Edwards Moore in Melbourne, Australien oder die Einbeziehung des Außenraums beim Projekt „Outside In“ von Takeshi Hosaka in Yamanashi, Japan.

Grafisch ansprechend gestaltet und überschaubar strukturiert ist das Werk ein höchst interessantes Update dieses Dauerthemas.

 

Our House in the City | New urban Homes and Architecture

Gestalten

39,90 €

24 x 30 cm

256 Seiten

englisch

hardcover 

 2014

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Bernhrad Tschumi | Architecture: Concept and Notation

 

Nils Peters

 

08.08.2014

 

Begleitend zur aktuellen Ausstellung des Centre Pompidou Paris erscheint im Eigenverlag das vorliegende Gesamtwerk des französisch-schweizer Architekten und Architekturtheoretiker  Bernard Tschumi.

 

Geboren 1944 in Lausanne studiert er an der ETH Zürich und später an den rennomierten Hochschulen wie der Londoner AA School, dem Institute for Architecture and Urban Studies in New York sowie der Princeton University. Von den experimentellen Anfängen, seinen Folies, bis zu seinen neusten Bauten wie dem Umbau des Pariser Zoos entdeckt der Leser das Oeuvre dieses unkonventionellen, streitbaren Architekten im Spannungsfeld zwischen Theorie und Umsetzung, Architektur und Konzept.                                                                                                               

Die einleitenden Essays von Frédéric Migayrou, Aurelien Lemonier sowie Bernard Tschumi veranschaulichen den kulturellen Kontext und die überdisziplinäre Herangehensweise.  Sie dienen quasi als Wegweiser durch die Stufen der Konkretisierung, die im Hauptteil des Buches analog der Ausstellung durch fünf „dialogische Themenkreise“ veranschaulicht werden. In den „Manifestos: Space and Event“ veranschaulicht Tschumi beispielsweise anhand des Entwicklungsprozesses des Parc de la Villette  die Wechselwirkung von Raum und Ereignis auf die Architektur.                                                                                  

Das Buch schließt mir einer collagenartigen Zusammenstellung von achtzehn Tafeln, die noch einmal den Wunsch nach neuen Ausdrucksformen, einer Architektur in neuen Zusammenhängen deutlich machen.  

 

Bernhard Tschumi | Architecture: Concept and Notation

Centre Pompidou

39,90 €

24 x 28 cm

256 Seiten

französisch | englisch

hardcover 

 2014

 

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arts & architecture

 

24.06.2014

 

Taschen hat nach dem Re-Print von Domus nun die avantgardistische US-Architekturzeitschrift „arts & architecture“ neu gedruckt. Diese Zeitschrift hat die Westküstenarchitektur in den 40er bis 60er Jahren bekannt gemacht. Architekten wie Neutra, Schindler, König oder Ellwood wurden so das erste Mal erwähnt. Das Case Study House Programm, das 20 Jahre lang neues Bauen darstellte und durchführte, wurde durch die Zeitschrift erst bekannt. In den 60er Jahren fanden Richard Meier und Frank Gehry hier ihr erstes publizistisches Zuhause. Das Konzept der Zeitschrift basierte auf einer neutralen Darstellung ohne kritische Texte. Allerdings musste ein vorgestelltes Werk erstmal eine besondere gestalterische „Höhe“ erreichen, um überhaupt aufgenommen zu werden. Daher sind alle Projekte von besonderer Qualität und spiegeln den Geist des Aufbruchs in die Moderne wieder. 1967 wurde die kommerziell nie wirklich erfolgreiche Zeitschrift leider eingestellt. Der vorliegende Band fasst die wichtigen Jahre 1945-1949 zusammen.

 

Ein Re-Print der „originalen“ Hochmoderne, wie vorliegend, ist eine erfrischende Erinnerung an die ethisch-moralische Aufladung dieser Epoche. Die Moderne war zu diesem Zeitpunkt vollgepumpt mit richtungsweisendem, fast missionarischem Gestaltungstestosteron. Schlechtgelaunte Kritiker könnten der jetzigen Moderne Effekthascherei, inhaltliche Leere oder nur noch fragmentarische Sinnfälligkeit vorwerfen. Daher ist die Erinnerung an die heroische Moderne mittels der Zeitschrift „arts&architecture“ ein willkommener Reminder, auch gerichtet an die Protagonisten der quadratmeterausnutzenden Rechtecklangweiler, der modischen Zickzackmöchtegern-Virilios und der „proletarischen“ Stäbchentektoniker.

 

arts & architecture

www.taschen.com

49,99 €

30,9 x 25,5 x 5,7 cm

576 Seiten

Englisch 

hardcover 

 2014

 

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Andreas Schlüter und das barocke Berlin

 

Es gibt kein Bild von ihm, nicht einmal Geburtsort - und Datum sind hundert Prozent gesichert. Die Persönlichkeit Schlüters erschließt sich erst aus den zahllosen Einzelaspekten, die in diesem Buch in 27 Beiträgen und Abhandlungen zusammengetragenen wurden. Wer war Andreas Schlüter? Was und wer prägten ihn?Was ist geblieben trotz Jahrhunderten und Zerstörung?                                                                                                         

Begleitend zur aktuellen Ausstellung im Berliner Bodemuseum erscheint im Hirmer Verlag ein in dieser Zusammenstellung einzigartiges Gesamtwerk Schlüters.

Wohl 1659 in Danzig geboren wird Schlüter als Bildhauer ausgebildet. Über Stationen am polnischen Hof folgt er dem Ruf des großen Kurfürsten 1695 nach Berlin. Hier setzt das vorliegende Buch ein. In thematischen Kapiteln wird beispielsweise anschaulich der Zustand der Doppelstadt Ende des 17.Jhds dargestellt oder das künstlerische Umfeld am Vorabend der Krönung Friederich des III zum König in Preußen geschildert. Dem folgt die Entwicklung auch als Architekt bis hin zu seinem rasanten Aufstieg zum Schlossbaudirektor nach nur vier Jahren Dienst!

Das Kapitel „Die Schlusssteine der Bögen am Erdgeschoss des Zeughauses“ von Fritz-Eugen Keller verdeutlicht exemplarisch die einzigartige Verschmelzung der Persönlichkeit Schlüters mit der europäischen Kunst seiner Zeit, von Skulptur und Baukunst, von Bewegung und Anmut, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk und dieses Buch zieht .

 

Nach den vielen Diskussionen über die historische und kulturelle Bedeutung seines Meisterwerkes, dem Berliner Stadtschloss, tut es gut, einmal etwas über den Mann zu erfahren, dessen Genialität noch heute die Gemüter erregt.   

  

Andreas Schlüter und das barocke Berlin

Hirmer Verlag

39,90 €

24 x 30

256 Seiten

Deutsch

hardcover 

2014

 

 

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Byoung Cho

 

18.06.2014

 

Der Werkbericht über des koreanischen Architekten Byoung Cho stellt einen interessanten Einblick in die Welt der architektonischen Moderne Asiens dar. Jenseits der plakativen Kopie eurozentristischen Moderne entwickelte sich das Werk Byoung Chos in Asien und Amerika. Durch die Beschäftigung mit den „Architekturen ohne Architekten“, wie z.B. einfachen Lagerbauten in ländlichen Gegenden, fand er seine eigene Interpretation des Bauens. Ausgebildet wurde Cho in Montana, USA, wo er ebenfalls einfache Silos und deren Materialität vorfand. Danach wurde er an der Harvard University weiter ausgebildet.

Im Kern beschäftigt sich Cho mit den einfachen, rauen Materialien und deren räumlicher Übersetzung. Dadurch versucht der den „primitiven Impuls“ des Menschen aufzuspüren bzw. einem Rahmen zu setzen. Denn räumlich bildet er immer wieder Rahmen und Grenzen, die sich in der abrupten Gegenüberstellung von Raum und Natur oder Materialien materialisiert. Über die Jahre ist durch diese Arbeitsweise eine gewisse Perfektion entstanden, die den Architekten zu neuen Fragestellungen treibt. So beschäftigt ihn neben der Wahrnehmung und den Materialitäten die Integration der alltäglichen Welt im Sinne des „as found“. So stahen Apfelkisten als Paten für den Entwurf des Two Box House.

Seine räumlichen Entwürfe stammen nicht aus einer theoretischen Vorbelastung oder einer Manipulation der Geometrie, sondern vielmehr verlässt er sich entweder auf den städtischen Kontext oder auf die persönliche Erfahrung. Diese ist unterfüttert von dem tiefen Erlebnis als Kind. Er ist in einem traditionellen Hanok aufgewachsen, das Natur und abstraktes Wohnen verbindet. Ähnlich wie Peter Zumthor scheinen seinen Arbeiten die elementaren Erfahrungen eine Information über die Wahrnehmung des Menschen zu geben. Durch diese menschliche Beobachtungsgabe interpretiert er die einfachen Materialien wie Holz, Beton, Stahl und Glas als Darstellung des Menschlichen und der menschlichen Fehlbarkeit.

 

Das sehr wertig gestaltete Buch beschreibt das herausragende Werk des südkoreanischen Architekten anhand von Zeichnungen und Fotografien. Dazu werden Handzeichnungen und interpretative Darstellungen gezeigt, die die Architektur nicht nur erklären, sondern auch in einen weiteren Wahrnehmungsraum transportieren. Ein Buch, das Architektur wieder in den Bereich des „Bauens“ verortet und nicht in einen theoretisch abstrakten Bereich verweist oder als reine Designübung verkommen lässt.

 

Byoung Cho

www.thamesandhudson.com

45,60 €

30 x 24,1 x 2,8 cm

256 Seiten

Englisch 

hardcover 

 2014

 

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A+U Revitalization of Medernization Heritage No. 521

 

12.06.2014

 

Heft 521 von A+U „Revitalization of Modernization Heritage“ stellt die Umnutzung und Neubewertung von ehemaligen Industrie- und Nutzbauten dar. Entgegen den „autistischen“ Stararchitekturen, wie z.B. eines Frank Gehry in Bilbao, zeigt die Ausgabe sinnvolle Umnutzungen, die den Städten nachhaltige Quartiersaufwertungen neben imageprägenden Identitäten beschert.

Städte konzentrieren sich zu oft auf die vermarktungstechnischen Qualitäten gewagter Formalarchitekturen ohne die Konsequenzen der Nachnutzung zu übersehen. Städte wie beispielsweise Athen oder Barcelona leiden nach wie vor unter den hohen Kosten der jeweiligen Olympischen Spiele und deren Neubauten.

Die vorgestellten Beispiele in Heft 521 zeigen im Gegensatz dazu Neustrukturierungen von  Quartieren, die der Antrieb für sinnvolle städtebauliche Entwicklungen auch in „vernachlässigten“ Vierteln darstellen können. Besonders bemerkenswert ist hier, dass nicht Projekte gezeigt werden, die ein fertiges „Bild“ von Stadt und Architektur darstellen, sondern die Material, Nutzung und Weiterbauen als langfristiges Wachstum thematisieren. Die Möglichkeiten der unterschiedlichen Ansätze reichen von einem eigenständigen Erweiterungsbau des National Theatre in London, einem Bauwerk aus dem Zeitalter des Betonbrutalismus, über eine Wollfabrik von 1851 in Palma de Mallorca, die Zentrum eines neuen Stadtquartiers geworden ist, bis zu einem Umbau der Trockendocks in Helsingör in Dänemark, das identitätsstiftende Historie baulich neu deutet.

 

Das Heft ist ein wichtiger Wegweiser im Umgang mit Bestandsstrukturen und deren Potenzial als Nukleus zur Stadteilaufwertung mit verträglichem Wachstum. Ein Wachstum das sich jenseits der Hochglanzmagazine bewegt und Architektur und Bauen im Kern thematisiert.

 

A+U Revitalization of Medernization Heritage No. 521

www.japlusu.com

ca. 22,00 €

29,3 x 22 cm

182 Seiten

Englisch | Japanisch

Softcover (Zeitschrift)

 2014

 

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Villas - Superb Residential Style

 

27.05.2014

 

Seit jeher gilt die Villa als Königsdisziplin unter den Wohnungsbauten. Die Wünsche und Vorlieben ihrer Bewohner kommen durch die gekonnte und wohl ausgesuchte Handschrift des Architekten zum Ausdruck. Diese repräsentative Bauform findet (leider) meist ungesehen in den Vororten unserer Städte hinter hohen Zäunen und Hecken statt. Sie ist hauptsächlich dem gut verdienenden Finanz- und Verwaltungsbürgertum vorbestimmt. Das Buch „Villas“ von Braun Publishers verschafft in dem vorliegenden Band einen Blick hinter diese Hecken und lässt den Leser durch großformatige Fotografien durch die sonst abgeschlossenen Bauten wandeln. Der Einblick in die Vorlieben dieser Schicht wird so auf seltsame Weise durch die kühle „zweite Moderne“ authentisch. (Das hätte sich Bruno Taut auch nicht träumen lassen.)

Charakteristisch für diese Bauten ist eine meist opulente Raumaufteilung sowie ein minimalistischer, eben „moderner“, Einrichtungs-„stil“. Dieser an sich verschwenderisch gestaltete Raum bietet aber eben seinen Bewohnern ein einzigartiges Gefühl von Individualität und Wohlstand.

Oft wiederholtes „Stil“-mittel sind fantasievolle und moderne Formen. Diese aber sind immer edel reduziert. Durch großflächige Glasfassaden werden die Wohnräume stets zum Grün des Gartens geöffnet. Und hier hilft die Moderne dem Vorortbewohner wieder mit der teils penibel gepflegten Natur eins zu werden.

 

Das Buch hilft so durch die neutrale Betrachtung der einzelnen Beispiele eine vielsagende Einsicht in die Lebenswelten der höheren Einkommensschichten. Anhand von 85 ausgewählten internationalen Projekten wird im vorliegenden Band mit Hilfe von beeindruckendem Bildmaterial diese besondere Form des Wohnens präsentiert.

 

Villas - Superb Residential Style

Braun Publishing

www.braun-publishing.ch

ISBN 978-3-03768-158-9

78,00 €

25 x 29 cm

352 Seiten

Deutsch | Englisch | Französisch

Hardcover

 2013

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The Book of Drawings+Sketches Architecture

 

12.05.2014

 

Das Buch des Verlags Braun umfasst auf unterschiedliche Weise Entwurfszeichnungen der jüngeren Architekturgeschichte. Das Buch zeigt auf schöne Weise die Wichtigkeit der Darstellung räumlicher Konstruktionen per Hand, insbesondere im Zeitalter der etwas gleichmachenden Computersimulationen. Das Sich-Aneignen von Raum durch die Handzeichnung zeigt nach wie vor, dass Architektur eben doch eine subjektive Raumkunst ist und Qualität nicht durch Geschwindigkeit sondern durch individuelle Beschäftigung entsteht. Dieses wird durch das haptische und schöne Papier des vorliegenden Bandes unterstrichen.

Eine kurze Einleitung zeigt anschaulich die Bedeutung dieses kreativen Momentes der Architekten durch die Epochen.

Der Hauptteil beschäftigt sich mit Handskizzen von eher comichaft-schematischer Darstellung funktionaler Abläufe eines Aljosa Dekleva oder Davis Bülow-Jacobsen hin zum klassischen Aufriss mit perspektivischen Ansichten eines Ricardo Bofill. Die Beispiele geben so Einblick in die Gedankenwelt ihrer Verfasser.

Farbe und Abstraktion sind weitere Gestaltungsmittel dem Wunsch nach Gestaltung Ausdruck zu verleihen, wie sie Enric Miralles meisterhaft einzusetzen versteht.

 

Der Architekt als Künstler? Vielleicht wird in diesem Buch dieses Phänomen am besten greifbar!  

 

The Book of Drawings+Sketches Architecture

Braun Publishing

www.braun-publishing.ch

ISBN 978-3-03768-150-3

39,90 €

24,4 x 28,7 x 3 cm

368 Seiten

Hardcover

 2013

 

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Nieto Sobejano

Memory and Invention

 

29.04.2014

 

Das Werk des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano sticht durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Ort und der Bauaufgabe heraus. Diese Beschäftigung der Architekten aus Madrid mit der gestellten Aufgabe wird am Anfang und am Schluss des Buches mit einer Bildcollage bewerkstelligt. Diese Idee macht die Wichtigkeit der Reflektion über die reine Bauaufgabe hinaus deutlich. Denn Nieto Sobejano definieren Architektur als versteckte Strukturen und speisen ihre Ideen aus den persönlichen Erfahrungen. Über diese Ansätze reflektieren die Architekten anhand des „Spiegels“, der die inneren, vergangenen Erlebnisse und Erfahrungen mit den zu lösenden Aufgaben verbindet.

Die Fotocollage spiegelt so die wohlüberdachte Assoziationskette von persönlicher Erfahrung, alltäglicher und Hochkultur und den ersten Überlegungen bis zum Entwurf wieder. Durch diese Art der Arbeit können „Zufälligkeiten und Anomalien“ in die Projekte einfließen. So wird diesen eine mehrdeutige Schicht des Lebendigen zugefügt.

Das Büro hat sich in den letzten 30 Jahren immer wieder mit dem Bauen im Bestand beschäftigt. Besonders bekannt ist der Umbau der Moritzburg in Halle. Diese Interventionen in alte Bauwerke sind von besonderem Interesse, da entgegen der frühmodernen Ansicht, dass der Architekt der alleiniger Schaffer eines Werkes, im Weiterbauen bestehender Bauten lediglich ein neues Kapitel einer bereits existierenden Konstruktion zugefügt wird. Dadurch wird der zeitgenössische Architekt als „Weiterdenker“ neu gedeutet und der Zeit, und damit dem Vergänglichen, eine Dimension zur Architektur zugefügt. Die Kontroverse, die durch diese Sicht auf das Bauen geworfen wird, erregt für das Büro eine stets fruchtbare Kontroverse.

 

Diese kreative Kontroverse spiegelt sich in den schönen und zum Teil spektakulären Bauten wieder. Das Buch stellt diese Bauten anhand von eigenen Titeln, wie „Density and Hybridization“ oder „Combinatorial Series“, Bildern, Texten und Zeichnungen vor. Das Buch zeigt auf den großformatigen Seiten auf zurückhaltende Weise die Haltung der Architekten. Eine sehr gelungene Monografie eines besonderen Architekturbüros.

 

Nieto Sobejano | Memory and Invention

Hatje Cantz

www.hatjecantz.de

ISBN 978-3-7757-3619-0

58,00 €

28,80 x 28,70 cm

260 Seiten

Hardcover

 2013

 

Small Architecture Now
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SMALL

Architecture Now!

Philip Jodido

 

04.04.2014

 

Was ist wahre Größe? Dieser Frage wird in dem Kompendium „Small“ von Philip Jodidio aus der Reihe „Architecture Now!“ nachgegangen. Hier geht es nicht um Hochhäuser, Brücken und Messezentren. Hier wird das Kleine, Minimale und Gestapelte thematisiert. Ob in der Enge japanischer Städte, in der Weite der neuseeländischen Landschaft oder im Grenzbereich zwischen Kunst und Architektur: Eine Vielzahl von kleinen Bauten und Räumen tritt hier in den Vordergrund und zeigen, wie auf geringstem Raum beeindruckende Gebäude entstehen können.

Besonders in Zeiten der Nachhaltigkeit und Raumnot sind Erprobungen anhand von kleinen Architekturen eine sinnvolle Betätigung, die den Planer über größere Projekte informieren können.

Als Beispiele der besonderen Kreativität im Umgang mit dieser Aufgabe werden Bauten wie das  Landhaus „Hut on Sleds“ von Ken Crosson's gezeigt. Dieses Haus kann auf hölzernen Kufen zum Strand verschoben werden. Auch in städtischer Umgebung funktioniert Bauen auf minimalem Grundriss: urbane Bausteine, wie José Cadilhe's „House 77“ oder Kota Mizuishi's „Riverside House“, zeigen, wie durch extrem kompakte Bauweise qualitativ hochwertiger Raum geschaffen werden kann.

Beispiele kleinformatiger Architekturen werden in dem vorliegenden Band übersichtlich und anschaulich anhand von Texten, Zeichnungen und Fotos dargestellt.

 

What is true greatness? This question is addressed in the compendium “Small” by Philip Jodidio, part of the “Architecture Now!” series. It is not about highrises, bridges and exhibition centres, instead it focuses on the small, the minimal and the layered. Whether in the narrow spaces of Japanese cities, in the vastness of the New Zealand landscape, or in the borderland between art and architecture: the spotlight is cast on a wide range of small buildings and spaces, showing how impressive architecture can be created in the smallest of spaces.

Given the current importance of sustainability and the shortage of space, experimentation with small-scale architectures is valuable, as it can provide planners with useful information for larger projects.

Buildings such as the country house “Hut on Sleds” by Ken Crosson are cited as examples of the particular creativity applied to this task. This house can be shifted to the beach on wooden skids.

Building on a minimal ground plan is also feasible in an urban environment: urban building blocks, such as José Cadilhe’s “House 77” or Kota Mizuishi’s “Riverside House”, show how high-quality space can be created through extremely compact construction.

 

Examples of small-scale architectures are presented clearly and descriptively in this volume, by means of texts, drawings and photographs. 

 

SMALL  Architecture Now!

Philip Jodido

Taschen Verlag

www.taschen.com

ISBN 978-3-8365-4669-0

39,99 €

28 x 22 x 3,6 cm

416 Seiten/pages

Hardcover

 

2014

 

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David Chipperfield Architects

 

26.03.2014

 

 

Formale Architektur oder zeichenhafte Entwürfe, wie in den letzten Jahren in Großbritannien entstanden, fehlen in dem mittlerweile über 30 jährigen Werk des englischen Architekten David Chipperfield. Er thematisiert gezielt den kontinental-europäischen Stadt- und Geschichtskontext und weniger das britische Experiment mit Stahl, Glas oder Form. Durch die Erforschung der Möglichkeit der Verankerung in die „Tiefe der Baugeschichte“ erhalten die Bauwerke und Entwürfe des Büros ihre eigene Atmosphäre. Durch die Reduktion auf tektonische,  raumgestaltende und materielle Notwenigkeiten hat David Chipperfield ein Instrument geschaffen, die „kommerziellen und administrativen Kräfte“ mit den Ansprüchen an „guten Architektur“ zu vereinen. Dieses für sich wäre aber eine vereinfachte Sichtweise auf die Arbeiten des Büros. Alleine der Umbau des Neuen Museums in Berlin (1997-2009) denkt das „Weiterbauen“ basierend auf der Charta von Venedig um einiges Weiter, als bis zum Zeitpunkt der Ausführung für möglich gehalten. In jedem neuen Ansatz sieht Chipperfield stets die Möglichkeit einer „Poesie des Pragmatismus“. Dieses zeichnet die Arbeiten des Büros aus und trennt sie von vielen seiner Kollegen.

Das Buch „David Chipperfield Architects“ stellt umfangreich die wichtigsten Werke anhand von Texten, Zeichnungen und Fotos dar. Auf eine chronologische Abfolge wird verzichtet. Vielmehr wird Wert darauf gelegt, dass die Projektvorstellungen entsprechend der Arbeitsweise des Büros dargestellt werden: Reduziert, stringent und zurückhaltend. Eine schöne Idee am Ende: Alle Projekte werden anhand der involvierten (und motivierten) Mitarbeiter und Berater genannt.

 

Formal architecture, as has emerged in recent years in the UK, does not feature in the work by the English architect David Chipperfield spanning more than 30 years. He consciously focuses on the continental European urban and historical context, rather than the British experimentation with steel, glass or form. By exploring the possibility of anchoring them within architectural history, his buildings and designs take on a unique character and atmosphere. Through reduction to tectonic, spatial design or material necessity, David Chipperfield has created a means of combining “commercial and administrative advantages” with the requirements of “good architecture”. However, this alone would be a very simplified view of the firm’s work. The conversion of the New Museum in Berlin, for example, takes the notion of “preservation and continuation” based on the Venice Charter further than had hitherto been considered possible. In all approaches, Chipperfield always sees the possibility of a “poetry of pragmatism”.

 

The book “David Chipperfield Architects” introduces their most significant works, based on texts, sketches and photos. They are not in chronological order. Instead the book focuses on presenting the projects according to the firm’s work methods. Minimal, stringent and modest. A nice touch at the end: all the projects are named after the associates and consultants who were involved. 

 

David Chipperfield Architects

Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln

ISBN 978-3-86335-134-2

Text/text David Chipperfield, Fulvio Irace, Bernhard Schulz, Luis Fernandez-Galiano

Englisch

58,- €

25 x 32 cm

352 Seiten/pages

Softcover

 2013

 

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Form und Emotion

Form and Emotion

Justus Dahinden, Architekt

 

17.03.2014

 

Zum Glück gibt es noch Verlage, die eine Reise in die „schwierige Moderne“ wagen. Obwohl die späten 60er und die folgenden 70er und 80er Jahre nur wenige Dekaden zurückliegen und die meisten Leser diese Zeiten noch selbst erlebt haben, ist der Umgang mit dieser Architektur gänzlich unklar. Es scheint die Sensibilität für die abstrakte, großformatige und oft seltsam anmutende Formensprache noch nicht gereift zu sein. Umso besser, dass besondere Protagonisten dieser Ära in das Bewusstsein der Fachwelt gehoben werden. Justus Dahinden ist so ein Beispiel. Das Buch „Form und Emotion“ zeigt auf eigene Art und Weise Teile des Werks des Hochschullehrers, Theoretikers und Denkers. Als Professor an der TU Wien lehrte Justus Dahinden an dem Institut für Raumgestaltung bis 1995. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt der „Gestaltpsychologie“. Aus emotional gewichteten Räumen und Bauten aus verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen lassen sich in einer Gegenüberstellung gegensätzliche Gestaltungsprinzipien ablesen, so Dahinden. Weitere Fokuspunkte seiner Arbeit sind Formenenergien, Anthropometrie oder Identitäten. Besonders schön und leider in der heutigen Zeit vernachlässigt, sind Raumwortschöpfungen, die emotionale Gewichtungen in der Architektur beschreiben. Beispiel: urbanes Zu-Empfinden, Entspannungs- oder Imponierraum und Raumbejahung.

Das Buch stellt das Werk des Schweizer Architekten auszugsweise anhand von reichhaltigen Originalfotos und Textbeiträgen dar. Besonderer Clou: Das Buch ist in der Mitte gespiegelt, so dass der gleiche Inhalt auf Englisch „verkehrt herum“ lesbar ist.

 

Luckily there are still publishing enterprises that dare to travel into the period of the „difficult modernity”. Despite the fact that the 60’s, 70’s and 80’s are only a couple of decades away and most readers have actually experienced these times, dealing with this kind of architecture remains for the moment uncertain. It seems that the sensibility for this abstract, large and partly strange architecture has not been developed yet. This is why special examples of architects need to be discussed. The book ”Form and Emotion” shows parts of the oeuvre of the swiss architect Justus Dahinden. He worked as a professor at the TU Wien, as an architect and theoretician. He special attention was directed at “Gestaltpsychologie”. If we compare emotionally charged spaces from different periods and cultural spheres with one another, we can discern contradictory principles of design. (Justus Dahinden) Other interests in his works were: Form energies, anthropometry and Identities.

 

The book compiles the work of Dahinden by showing examples of his work by photographs and text examples. 

 

Karl Krämer Verlag

ISBN 978-3-7828-1617-5

Vorwort/preface Laurent Stadler

29,50 €

22,4 x 22,4 x 2,2 cm

Hardcover

2014

 

 

 

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Luca Selva Architekten

 

10.03.2014

 

Das Basler Architekturbüro Luca Selva zeichnet sich durch den Reichtum und die Originalität der Material- und Raumnutzung auf. Entweder werden Raumkompositionen erfunden, die den Kontext aufnehmen (Doppelwohnhaus Bäumlihof) oder den Innenraum komplex und uneinsehbar für die Aussenwelt gestaltet. (Künstlerhaus in Lupsingen) Mit Materialien, wie auch Grundrisskompositionen wird experimentiert. Im Zentrum steht aber eine ausgewogene Einschätzung der Maximierung der Lebensqualität. Das Heft 45 des Quart Verlags zeigt das Suchen des Büros Luca Selva – wie in allen Ausgaben der Reihe De aedibus – anhand von fundierten Texten und reichhaltiger Bebilderung.

 

The Basel based office of Luca Selva is defined by the abundance and originality of their usage of materiality and special layouts. Either special compositions are invented that integrate the surrounding context or the interior space is being shaped in a complex manner. Moreover the use of materiality and floor plan configurations are the subject of constant experiments. The focus though is always the negotiation of maximising the qaultiy of living. The edition 45 of Quart Verlag shows the search of the studio Luca Selva – as in all of the editions of the series De aedibus – by substantiated copies and comprehensive illustrations.

 

Quart Verlag

ISBN 978-3-03761-040-4

84 Seiten/pages

34,00 €

22,5 cm x 29 cm

 

2013

ARCHIPENDIUM  powered by

 

 

 

Dorrington Atcheson Architects

Calendar participants | Teilnehmer des Archipendium 

 

-Zaha Hadid

-MVRDV

-AllesWirdGut

-Kleihues + Kleihues

-Daniel Libeskind

-Ben van Berkel/UNStudio

-COOP HIMMELB(L)AU

 

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