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Elementfassade

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Elementfassaden werden wegen der gestalterischen Vielfalt und der kurzen Montagezeit bei modernen Gebäuden gerne eingesetzt, vorwiegend im Bürogebäudebau, bei Krankenhäusern oder Behörden. Darüber hinaus lassen sich mit Elementfassaden aus bejahrten Bauwerken prachtvolle Gebäude gestalten, die optisch einem Neubau in Nichts nachstehen.
Bei einer Elementfassade kommen Fertigelemente vorzugsweise aus Metall zum Einsatz, die sogenannten Blechfassaden. Alternativ werden Glasfassaden, Stahl-Glas-Fassaden und Aluminium-Glas-Fassaden genutzt. Durch den hohen architektonischen Spielraum einer Elementfassade können Fassadensonderformen wie eine Medienfassade integriert werden oder es werden Kunststoffelemente in die Fassadenansicht integriert, die als optischer Reiz dienen.
Eine Besonderheit bei der Altbaurenovierung ist, dass die genutzten Räume weiter zur Verfügung stehen. Die Fassadengrundkonstruktion wird lediglich von außen mit den tragenden Bauteilen des Gebäudes fest verbunden. Anschließend werden die Elementfassadenteile daran aufgehängt. Zudem können solche Arbeiten bei gründlicher Vorbereitung und Planung in sehr kurzer Zeit abgeschlossen werden, ohne dass im Gebäudeinneren eine Nutzungseinschränkung zu berücksichtigen ist.
Nahezu alle Elementfassaden werden aus Glas in Kombination mit anderen Baustoffen konstruiert, wobei der reizvolle optische Wechsel von Stahl und Glasbauteilen immer wieder bevorzugt wird.
Moderne Montagesysteme sind in der Lage an einem Gebäude eine Elementfassade anzubringen, die nahezu ohne jegliche optisch sichtbaren Fugen auskommt, sodass Glasfronten konstruierbar sind, die wie eine einzige riesige Glasscheibe aussehen.
Vor allem bei Hochhausbauten und größeren Bauwerkskonstruktionen wird dazu ein Kalk-Natron-Silikatglas genutzt, das mehrschichtig ist und damit einen stark erhöhten Bruchwiederstand aufweist. Das ist vor allem bei Bauwerken notwendig, die starken Winden ausgesetzt sind oder in Regionen gebaut werden, in denen mit Stürmen, Orkanen oder Taifunen zu rechnen ist. Kalk-Natron-Silikatglas ist das bevorzugte Fensterglas im Baugewerbe, denn es ist preiswert herstellbar, überaus stabil und besitzt mit einem Wärmeleitwert von lediglich 0,8 bis 1,0 W/m K ausgezeichnete Isolationseigenschaften.
Die Glaselemente werden gewöhnlich direkt ab Werk mit einem Rahmen ausgestattet. Der besteht in der Regel aus Stahl, Aluminium oder einem Hartkunststoff. Ist architektonisch eine geschlossene Glasfront geplant, werden diese Rahmen mit Verriegelungen ausgestattet, sodass Einzelelemente zusammengefügt werden können und abschließen wie eine einheitliche Fläche wirken. Dabei ist die Serienfertigung beim Hersteller der Garant für eine hohe Maßgenauigkeit der Einzelelemente. Die ist wichtig, damit keine Nacharbeiten bei der Montage notwendig sind und damit das gewünschte Fassadenbild ebenmäßig und gleichmäßig wird.
Um eine Elementfassade abwechslungsreicher zu gestalten und zugleich einen beeindruckenden Anblick der Gebäudefront zu erzielen, wird der Baustoff Glas gerne mit Kunststoffelementen oder solchen aus Stahlblechen kombiniert. Auch der gleichzeitige Einsatz von Glas und Kunststoff oder Stahlblech in einem Element, quasi als gleichberechtigte Partner, ist eine gängige Methode Fassaden nicht als monotone Einheitsfront erscheinen zu lassen. Zudem ist es möglich hinter den undurchsichtigen Kunststoffteilen oder Stahlblechen Versorgungsleitungen zu verbergen, Belüftungen sichtentzogen zu installieren oder Sonnenschutzsysteme zu installieren.
Elementfassaden werden bevorzugt als Aluminium-Glas-Konstruktion realisiert. Der Einsatz ist bei großflächigen Gebäuden wie Bürokomplexen und Hochhäusern sinnvoll, denn die in Serie produzierten Fassadenelemente werden jeweils für ein Gebäude speziell gefertigt, was bei kleineren Bauwerken erhebliche Kosten verursachen würde.
Dabei werden bei der Vorbereitung zumeist ohne Gerüst Anker an den tragenden Bauteilen des Gebäudes befestigt. Die in der Fabrik hergestellten Einzelelemente werden in der Regel geschossweise montiert. Je nach Wunsch sind vollständige Fenster-Elemente erhältlich, in denen Zargen, Fensterbänke und die Fenster selbst bereits eingebaut sind. Je nach Elementgröße werden die Fertigteile von innen angebracht oder mithilfe eines Krans von außen positioniert.
Sind die Fassadenelemente mit der Grundkonstruktion der Fassade fest verbunden, können sie justiert werden, wozu Stellschrauben vorhanden sind. Über die Justierschrauben kann jedes Element in alle Richtungen verschoben oder geneigt werden und Fugenabstände bleiben auf der gesamten Fassadenfront einheitlich breit. Abschließend erfolgt das Festsetzen der Elemente in ihrer gewünschten Position und die Fugen zwischen den Fassadenelementen werden wetterfest abgedichtet.
Ein besonderer Vorteil ist, dass durch die geschossweise Montage eine Schallübertragung zu angrenzenden Stockwerken konstruktionsbedingt auszuschließen ist. Um Räume auf dem gleichen Geschoss vor Schall zu schützen, können bei der Elementfassade problemlos Sektionswände eingezogen werden. Wird dazu ebenfalls Glas verwendet, kann eine solche Sektionswand so geschickt eingefügt werden, dass sie dem Betrachter vor dem Bauwerk verborgen bleibt.
Bei Zweckbauten lassen sich einzelne Elemente mit drehbaren, kippbaren oder schwenkbaren Fenstern ausstatten, die mechanisch oder über Elektromotoren geöffnet werden können. Bei hohen Ansprüchen im Brandfall können Schnellschlussklappen eingebaut werden, die eine ungewollte Luftzufuhr zum Feuer verhindern und das Abziehen des Rauches über die Fassade unterbinden.
Besonders facettenreich sind die Nutzungsmöglichkeiten eines einzelnen Fassadenelementes innerhalb einer Elementfassade. Das kann als Fenster, Tür, Schiebetür, Blechfassade, Glasfassade und sogar als kleiner Balkon mit Brüstung als Fertigteil am Objekt angeliefert werden, wo auch diese Sonderformen von Bauteilen einer Elementfassade problemlos montiert werden können.
Durch die einfache Montage sind bei guter Vorbereitung extrem kurze Bauzeiten gewährleistet. Obendrein ist die zusätzliche Wärmedämmung durch eine Elementfassade im Gebäude deutlich spürbar.